Ergebnisse der Untersuchung
„Der österreichische Interim Management Markt 2017“

Resümee

Zum dritten Mal wurde dieses Jahr die Erhebung des österreichischen Interim Management Marktes durchgeführt. Die zentralen Erkenntnisse sind:

  • Die Bereitschaft Interim ManagerInnen einzusetzen steigt.
  • Die Akzeptanz des Geschäftsmodells in den Unternehmen nimmt zu.
  • Allgemein besteht ein großes Bedürfnis nach Rechtssicherheit und Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
  • Über den Einsatz von Interim ManagerInnen entscheiden die GeschäftsführerInnen und Vorstände.
  • Die meisten Mandate werden über persönliche Kontakte akquiriert – Networking ist entscheidend.
  • Die größte Konkurrenz der Interim ManagerInnen sind interne Besetzungen.

Marktentwicklung

Der Markt wird sowohl von UnternehmensvertreterInnen als auch von Interim ManagerInnen mehrheitlich als mäßig wachsend bzw. gleichbleibend eingeschätzt. UnternehmensvertreterInnen zeigen eine steigende Bereitschaft Interim ManagerInnen im Unternehmen einzusetzen - vor allem bei temporären Ressourcenengpässen.

Auslastung

Die durchschnittliche Gesamtauslastung liegt knapp über 50%, dies entspricht in etwa dem Vorjahr. Interessant ist, dass die Anzahl der verfügbaren Interim Managerinnen von 34% im Jahr 2014 auf 44% im Jahr 2016 gestiegen ist. Der Anteil an Voll- und Teilzeitmandaten ist ähnlich den Vorjahren. Daraus kann auf einen Anstieg der Interim ManagerInnen bei gleichbleibenden Auftragsstand geschlossen werden.

Tagessätze

Dominierten letztes Jahr Tagessätze von EUR 1.000 bis 1.250, verliert diese Kategorie heuer an Bedeutung zugunsten der Kategorie EUR 700 bis 1.000 sowie EUR 1.250 bis 2.000. Bei der Zufriedenheit mit der Entlohnung hat es keine Änderungen zum Vorjahr gegeben. Interim ManagerInnen sind trotz tendenziell sinkender Tagessätze mit der Entlohnung eher zufrieden.

Lead to Deal

Erstmalig wurde die Lead to Deal Quote erfragt. Einerseits zeigte sich, dass hoher Aufwand betrieben werden muss, um an Mandate zu kommen. Zum anderen geben rund 38% an, dass ihre Lead to Deal Quote >50% ist. Häufigster Grund Mandate nicht zu erhalten sind interne Nachbesetzung im Unternehmen.

Akquisition

Ein bestehendes Netzwerk zu den GeschäftsleiterInnen und Vorständen ist essentiell für die Akquisition von Mandaten. Die Mehrheit der Mandate wird über persönliche Kontakte akquiriert. Die Bereitschaft der Unternehmer über Interim Management Provider Mandate abzuwickeln steigt. Der persönliche Kontakt/das persönliche Netzwerk ist entscheidend.

Herausforderungen

sind die Mandatsakquisition, die Ansicht, dass Interim Management zu teuer ist, die Unbekanntheit der Arbeitsform, die mangelnde Akzeptanz der MitarbeiterInnen wie auch die rasche Einarbeitung und Integration in das Unternehmen. Es besteht nach wie vor Bedarf an zusätzlicher Information und Aufklärung über Vorteile des Interim Management. Zu hohe Kosten sind das meist genannte Hindernis. Es scheint eine gewisse Hemmschwelle zu bestehen, Interim ManagerInnen erstmalig einzusetzen. Unternehmen, die Interim ManagerInnen jedoch laufend einsetzen sind mit deren Leistung zufrieden bis sehr zufrieden.

Handlungserfordernisse

sind die Herstellung von Rechtssicherheit in arbeitsrechtlicher Hinsicht und der Bedarf nach unabhängiger Öffentlichkeitsarbeit. Die rechtlichen Fragen gewinnen an Bedeutung. Weiterhin gilt es Vorbehalte gegenüber der „zu teuer“-Einschätzung sowie der im Unternehmen anfangs ablehnenden Haltung aus dem Weg zu räumen.

Das Untersuchungsdesign

Befragt wurden rund 900 deutschsprachige Interim ManagerInnen, die dem Pool von BÜHLER MANAGEMENT angehören sowie 2.300 Vorstände, GeschäftsführerInnen und Human Resources LeiterInnen. Wir gehen davon aus, dass es in Österreich rund 2.000 Interim ManagerInnen gibt, von denen etwa zwei Drittel auch von Providern vermittelt werden. Die Befragung erfolgte im März 2016 mittels anonymisiertem online Fragebogen (Surveymonkey). Der Fragebogen war für Interim ManagerInnen und Unternehmen soweit als möglich deckungsgleich, wo erforderlich wurden samplebezogene Fragen gestellt. Ziel ist es, die Daten mit den Erhebungen der anderen DACH Länder vergleichbar zu machen. Die Rücklaufquote betrug bei den Interim ManagerInnen 9,9%, bei den Unternehmen 2,2%.

Die Autoren

Maria Bühler bringt 26 Jahre Erfahrung als Unternehmerin und Managerin in großen, mittleren und kleinen, Unternehmen sowie multinationalen Konzernen und der öffentlichen Hand in der Schweiz, Österreich, den USA und Kanada mit. Sie studierte Handelswissenschaft an der WU-Wien und seit 2009 Rechtswissenschaften an der Johannes Kepler Universität in Linz. 2006 gründete sie BÜHLER MANAGEMENT in Österreich und im Jahr 2010 BÜHLER MANAGEMENT INTERNATIONAL in der Schweiz.

Peter Ranefeld-Rathbauer ist selbständig und unterstützt Unternehmen im Aufbau und der Evaluierung von Rechnungswesen- und Controllingprozessen sowie im Restrukturierungsprozess. Das fachliche Know-How erwarb er in zahlreichen Positionen als Angestellter in leitenden Positionen sowie als selbständiger Projektmanager in nationalen und internationalen mittelständischen Unternehmen. Er studierte Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen in Wien und aktuell Unternehmensrestrukturierung und –sanierung an der FH Kufstein.

Die vollständige Studie ist bei BÜHLER MANAGEMENT erhältlich.

Preis 149,- € zzgl MwSt
Vorzugspreis für Mitglieder des Bühler Interim Management Pools 75,- € zzgl MwSt

Bitte richten Sie Ihre Bestellung an maria.buehler@buehler-mgmt.com